Linux

Was ist Linux?

Linux ist streng genommen nur der Kernel, also der Kern eines Betriebssystems. Der Kernel sorgt unter anderem dafür, dass Hardware wie Prozessor, Speicher, Festplatten, Netzwerk und Eingabegeräte angesprochen werden. Dennoch wird mit Linux meistens ein komplettes Betriebssystem bezeichnet. Das kann man in drei Ebenen aufteilen:

1. Kernel

Der Kernel ist das technische Herzstück. Er verwaltet die Systemressourcen und vermittelt zwischen Hardware und Software. 

2. Distribution (Distro)

Eine Linux-Distribution bündelt den Kernel mit Programmen, Paketverwaltung, Installationswerkzeugen und Voreinstellungen. Ubuntu, Fedora, Linux Mint und Arch Linux sind bekannte Beispiele.

3. Desktop-Umgebung

Die Desktop-Umgebung ist die grafische Oberfläche. Sie bestimmt, wie Fenster, Startmenü, Dateimanager, Einstellungen, Panels, Arbeitsflächen etc. aussehen. Bekannte “Desktops” sind etwa GNOME oder KDE Plasma

Warum sollte man Linux installieren?

Es gibt verschiedene Gründe, warum man die Installation von Linux in Erwägung ziehen sollte. Linux kann insbesondere auf alten Computern oder Macs diesen Geräten ein “zweites Leben” ermöglichen. Insbesondere wenn der PC nicht Windows 11 oder der Mac nicht das neuste macOS unterstützt, kann man mit Linux ein aktuelles und schnelles Betriebssystem erhalten. Linux kann aber auch als Gaming-PC verwendet werden und läuft zum Teil schneller als Windows. Linux bietet zudem bessere Anpassungen und erlaubt einen individuelleren, besser gestalteten Desktop.

Laufen auf Linux alle bekannten Programme?

Linux hat eine Reihe von OpenSource-Alternativen zu bekannten Windows- und Mac-Programmen, die in der Regel kostenfrei sind. LibreOffice erlaubt das Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten – auch im Office-Format. Es gibt zahlreiche Grafik-, Zeichen-, Musik- und Video-Programme. Spotify und Dropbox haben einen Client für Linux. Alle Programme lassen sich jedoch nicht als native Linux-Version installieren. Es gibt jedoch Tools, die die Installation von Windows-Programmen ermöglichen.

Wie installiert man Linux auf einem Rechner?

1. ISO-Datei herunterladen

Auf der Webseite der gewünschten Distribution lädt man das Installationsabbild als ISO-Datei herunter. Für Einsteiger empfiehlt es sich, entweder auf der entsprechende Seite für Linux-Mint, Fedora oder Ubuntu eine ISO zu laden.

2. Bootfähigen USB-Stick erstellen

Die ISO schreibt man mit einem Tool (etwa balenaEtcher, verfügbar für Windows, Linux und MacOS) auf einen USB-Stick. Dadurch entsteht ein bootfähiges Installationsmedium.

3. Vom USB-Stick starten

Dann startet man den Rechner vom Stick. Wird der USB-Stick beim Booten nicht automatisch erkannt und gestartet, muss man hierfür eine Taste drücken (meist F12 oder Option).

4. Linux testen oder direkt installieren

Sodann startet meist Linux im Live-Modus vom USB-Stick. Linux kann bereits ausprobiert werden, ist aber noch nicht installiert. Das ggfs. zu installierte Betriebssystem mit allen Daten ist noch vorhanden und bei einem Neustart ohne USB-Stick startet das bisherige System von der Festplatte.

5. Installation durchlaufen

Aus dem Live-Modus kann man das Installationsprogramm starten und typische Einstellungen festlegen (Sprache, Tastatur, Zeitzone, Benutzerkonto und Installationsziel). Je nach Distro kann man die ganze Festplatte verwenden oder parallel zu einem anderen System installieren. Hierbei ist Vorsicht geboten: Bei der Installation von Linux auf der gesamten Festplatte gehen alle bisherigen Daten verloren. Eine Sicherung des Systems ist unbedingt ratsam, auch wenn man Linux nur parallel zum bisherigen System installieren will. Gerade bei älterer oder spezieller Hardware kann es sinnvoll sein, während der Installation

Die wichtigsten Distributionen

Ubuntu

Ubuntu ist eine der bekanntesten Desktop-Distributionen. Sie ist weit verbreitet, gut dokumentiert und für Einsteiger meist ein sehr guter Startpunkt. Ubuntu bietet reguläre Releases und LTS-Versionen mit längerer Unterstützung.

Fedora

Fedora Workstation ist die offizielle Desktop-Ausgabe von Fedora und nutzt standardmäßig GNOME. Daneben gibt es offizielle Spins mit anderen Oberflächen wie KDE Plasma oder Xfce. Fedora ist oft etwas aktueller als Ubuntu und stark an modernen Linux-Techniken orientiert. Fedora kann vor allem für Mac-Nutzer interessant sein, da Gnome dem Apple-System in Aussehen und Philosophie ähnlich ist.

Linux Mint

Linux Mint ist besonders beliebt bei Nutzern, die ein sofort gut nutzbares Desktop-System wollen. Die Distribution beschreibt sich selbst als „out of the box“ einsatzbereit. Es gibt mehrere Editionen; besonders bekannt ist vor allem Cinnamon. Linux Mint ist gerade für Windows-Nutzer aufgrund ähnlicher Funktionsweise interessant.

Arch Linux

Arch Linux ist eine schlanke, flexible Distribution mit einem eher manuellen Installationsansatz. Arch ist sehr vielseitig, aber nicht für den ersten Einstieg gedacht. Wer Arch mit grafischem Installationsprogramm bevorzugt, kann etwa CachyOS, das auf Arch Linux basiert, verwenden.

Die wichtigsten Desktop-Umgebungen

GNOME

GNOME ist eine sehr verbreitete Desktop-Umgebung und Standard in Fedora Workstation; auch Ubuntu nutzt GNOME als Basis seiner Desktop-Umgebung. GNOME setzt auf eine klare, reduzierte, moderne Oberfläche und hat Parallelen zu macOS.

KDE Plasma

KDE Plasma ist die KDE-Desktop-Umgebung. KDE Plasma ist ein besonders anpassbarer Desktop, der Ähnlichkeiten zu Windows aufweist, aber deutlich Vielseitiger ist. 

Cinnamon

Cinnamon wird vor allem von Linux Mint entwickelt und ist die populärste Mint-Edition. Mint ist funktionsreich, wirkt aber weniger modern als GNOME oder KDE Plasma; technisch stammt Cinnamon aus dem Umfeld der GNOME Umgebung. 

Hyprland

Hyprland ist vor allem auf Arch Linux im Einsatz. Es ist ein Tiling Window Manager. Fenster werden automatisch angeordnet und auf den Bildschirmen verteilt. Es richtet sich aufgrund der Konfiguration über config-Dateien eher an fortgeschrittene User, kann dann aber ein sehr guter Desktop sein.

Auswahl

In der Regel erlauben Linux-Distributionen die Installation mehrerer Desktop-Varianten parallel. Die entsprechende Variante kann dann beim Login gewählt werden. Auf diese Weise kann getestet werden, welcher Desktop für einen passt. Auch der Wechsel des Desktops je nach Anwendungsgebieten ist denkbar.